
Wann muss die Fahrradkette gewechselt werden? So erkennen Sie es
, Von Admin, 7 min Lesezeit

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Wann sollte man die Fahrradkette wechseln? Verschleiß rechtzeitig erkennen, Schäden an Kassette und Kettenblättern vermeiden und die Kette mit dem richtigen Werkzeug selbst austauschen.
Eine Fahrradkette scheint ein einfaches Bauteil zu sein, aber sie bestimmt, wie geschmeidig du fährst und wie lange Kassette und Zahnräder halten. Wann sollte man die Fahrradkette ersetzen? Nicht erst, wenn sie reißt oder ständig vom Zahnkranz springt. Indem du den Verschleiß frühzeitig misst, vermeidest du einen teuren Austausch mehrerer Komponenten gleichzeitig.
Eine Kette wird beim Radfahren nicht buchstäblich länger, weil sich die Glieder dehnen. Die Bolzen, Buchsen und Rollen nutzen sich durch Reibung ab. Dadurch entsteht Spiel zwischen den Gliedern und der Abstand von Glied zu Glied vergrößert sich. Diese verschlissene Kette greift weniger gut in die Zähne von Kassette und Kettenblatt ein. Das Ergebnis: schlechtes Schalten, ein knackendes Geräusch und schließlich Zähne, die ebenfalls ausgetauscht werden müssen.
Die zuverlässigste Methode ist das Messen mit einem Kettenverschleißmessgerät. Dieses kleine Werkzeug setzt du auf die Kette. Wenn die Messseite vollständig zwischen die Glieder sinkt, ist die Verschleißgrenze erreicht. Bei vielen Fahrrädern mit Kettenschaltung ist ein Verschleiß von 0,5 Prozent der Zeitpunkt zum Handeln. Bei einem Fahrrad mit 11, 12 oder mehr Gängen ist das besonders ratsam: Die Kette und die Zahnräder sind schmaler und anfälliger für Verschleiß.
Bei einem Stadtrad, Hollandrad oder einem Fahrrad mit Nabenschaltung kannst du meist bis 0,75 Prozent Verschleiß warten. Fährst du ein E-Bike, solltest du früher kontrollieren. Der Motor bringt viel Kraft auf den Antrieb, besonders wenn du oft in einer hohen Unterstützungsstufe anfährst oder bergauf fährst. Eine Kette kann dadurch schneller verschleißen als bei demselben Fahrrad ohne Motor.
Hast du kein Kettenverschleißmessgerät? Dann miss mit einem Stahllineal. Über zwölf vollständige Kettenglieder sollte der Abstand genau 30,48 Zentimeter betragen. Misst du deutlich mehr, ist die Kette verschlissen. Diese Methode erfordert jedoch Genauigkeit. Für regelmäßige Wartung ist ein Verschleißmessgerät schneller und zuverlässiger.
Kilometerangaben geben nur einen groben Anhaltspunkt. Eine gut gewartete Kette an einem Stadtrad bei trockenem Wetter kann einige tausend Kilometer halten. Bei täglichem Pendeln, Sand, Regen, viel Gepäck oder einem starken E-Bike liegt diese Zahl oft niedriger. Achte daher auf den Zustand der Kette, nicht nur auf den Tachostand.
Eine Messung ist maßgeblich, aber das Fahrrad gibt oft schon deutliche Warnsignale. Wenn die Kette beim Treten unter Kraftaufwand auf einem bestimmten Zahnrad überspringt, kann sie verschlissen sein. Dasselbe gilt für langsames oder ungenaues Schalten, auch nachdem du die Schaltung korrekt eingestellt hast.
Achte auch auf ein ratterndes oder knackendes Geräusch beim Treten. Das kann durch Schmutz oder eine trockene Kette kommen, aber wenn das Geräusch nach dem Reinigen und Schmieren bleibt, prüfe den Verschleiß. Eine Kette, die sichtbar rostet, steife Glieder hat oder nicht geschmeidig durch das Schaltwerk läuft, verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Oberflächenrost lässt sich manchmal noch durch Reinigen und Ölen beheben. Wenn Glieder feststecken oder die Kette stark angegriffen ist, ist ein Austausch meist die vernünftigste Wahl.
Zahnräder verraten auch viel. Die Zähne eines gesunden Kettenblatts oder einer Kassette haben eine recht gleichmäßige Form. Verschlissene Zähne werden spitz, hakenförmig oder ungleichmäßig. Siehst du das und springt eine neue Kette über, dann sind Kassette oder Kettenblatt wahrscheinlich bereits zu stark eingelaufen. Nur eine neue Kette zu montieren, löst das Problem dann nicht immer.
Eine Kette ist ein Verschleißteil und vergleichsweise günstig zu ersetzen. Eine Kassette, ein Kettenblatt und bei manchen Fahrrädern auch Schaltröllchen sind teurer. Eine zu lange gefahrene Kette nutzt diese Bauteile exakt auf ihr größeres Teilungsmaß ein. Setzt du danach eine neue, kürzere Kette ein, passt diese nicht mehr gut auf die alten Zähne. Besonders beim kräftigen Antritt kann sie überspringen.
Deshalb ist eine Kettenprüfung kein Detail für fanatische Rennradfahrer. Auch für ein normales Stadtrad ist es praktische Wartung. Du fährst leiser, schaltest besser und verhinderst, dass du mitten auf einer Fahrt mit einem defekten Antrieb stehst.
Kaufe nicht einfach die erste Kette mit der richtigen Länge. Die Kette muss zu deinem Antrieb passen. Bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung ist die Anzahl der Gänge auf der Kassette entscheidend. Eine Kette für 6, 7 oder 8 Gänge ist breiter als eine Kette für 9, 10, 11 oder 12 Gänge. Überprüfe also die Anzahl der Zahnräder hinten oder lies die Spezifikation deines Fahrrads oder deiner Kassette.
Für ein Fahrrad mit einem Gang, Rücktrittbremse oder Nabenschaltung verwendest du in der Regel eine breitere 1/8-Zoll- oder 3/32-Zoll-Kette. Welche Größe nötig ist, hängt von Kettenblatt und hinterem Zahnkranz ab. Bei einem E-Bike ist zudem eine Kette, die für die höhere Belastung geeignet ist, eine logische Wahl. Das bedeutet nicht, dass jedes E-Bike eine spezielle Kette erfordert, aber folge im Zweifelsfall den Vorschriften des Herstellers.
Die neue Kette muss auch die richtige Länge erhalten. Viele Ketten werden länger geliefert als nötig. Vergleiche die neue Kette vorzugsweise mit der alten, solange die alte nicht extrem gedehnt oder falsch gekürzt ist. Bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung kannst du auch die Methode über das größte Kettenblatt und das größte Zahnrad hinten verwenden, ohne die Kette durch das Schaltwerk zu führen. Füge danach die vorgeschriebenen zusätzlichen Glieder gemäß den Anweisungen des Antriebsherstellers hinzu. Im Zweifelsfall ist die alte Kette als Vorbild oft die sicherste praktische Methode.
Für die meisten Ketten benötigst du einen Kettennieter, um die Kette auf die richtige Länge zu bringen. Hat die neue Kette ein Kettenschloss, ist eine Kettenschlosszange für die Montage und spätere Wartung praktisch. Zudem sind ein Entfetter, Kettenreiniger, ein Tuch und passendes Kettenöl für eine saubere Arbeit ausreichend.
Arbeite ruhig und stelle das Fahrrad stabil ab. Schalte bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung auf das kleinste Kettenblatt und das kleinste Zahnrad hinten. So ist so wenig Spannung wie möglich auf der Kette. Öffne anschließend die alte Kette am Kettenschloss oder drücke einen Bolzen mit dem Kettennieter heraus. Bei manchen modernen Ketten darf ein herausgedrückter Bolzen nicht erneut verwendet werden. Verwende dann immer den mitgelieferten Verbindungsstift oder das Kettenschloss.
Lege die neue Kette auf die gleiche Weise durch das Schaltwerk wie die alte. Eine falsche Führung entlang der Schaltröllchen kommt häufiger vor, als man denkt, und verursacht sofort schlechtes Schalten. Überprüfe auch, ob eine Kette eine Laufrichtung hat. Steht eine Markierung auf der Außenlasche, halte dich an die Montageanleitung des Herstellers.
Nach dem Schließen drehe die Pedale ein paar Mal von Hand. Schalte alle Gänge durch und höre, ob die Kette ruhig läuft. Eine neue Kette erfordert manchmal eine kleine Einstellung der Schaltung, aber drehe nicht sofort an den Einstellschrauben, wenn das Problem nur auf einem stark verschlissenen Zahnrad auftritt. Überprüfe dann erst Kassette und Kettenblatt.
Eine saubere, leicht geschmierte Kette hält spürbar länger. Das bedeutet nicht, dass viel Öl darauf muss. Zu viel Kettenöl zieht Sand und Straßenschmutz an, wodurch eine schmirgelnde Paste entsteht. Trage Öl tropfenweise auf die Rollen an der Innenseite der Kette auf, drehe die Pedale und wische überschüssiges Öl von der Außenseite ab.
Reinige die Kette, wenn sie sichtbar schmutzig ist, nach Fahrten bei Nässe oder wenn sie anfängt, Geräusche zu machen. Verwende keine aggressiven Mittel, die Kunststoffteile, Lager oder Bremsscheiben verunreinigen können. Hast du Scheibenbremsen, halte Entfetter und Öl immer weit von Bremsscheibe und Bremsbelägen fern. Ein klein wenig Öl auf der Bremse reicht bereits für weniger Bremskraft und quietschende Bremsen.
Wer viel fährt, sollte den Verschleiß alle paar Wochen prüfen. Für ein Fahrrad, das nur gelegentlich genutzt wird, reicht eine Kontrolle beim Frühjahrscheck und vor dem Winter meist aus. Bei GereedschapXXL findest du praktische Hilfsmittel wie Kettennieter, Kettenreiniger, Schmiermittel und Messwerkzeuge, um diese Wartung selbst durchzuführen.
Eine Fahrradkette zu ersetzen ist also vor allem eine Frage des rechtzeitigen Hinschauens und Messens. Warte nicht, bis Schalten unmöglich wird: ein paar Minuten Wartung jetzt halten deinen Antrieb zuverlässig und begrenzen die Kosten später.