
Wie benutzt man eine Nietzange? In 6 Schritten
, Von Admin, 7 min Lesezeit

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Wie benutzt man eine Blindnietzange? Lesen Sie, wie Sie Material bohren, die richtige Blindniete wählen und diese fest sowie ohne Beschädigungen oder Spiel befestigen.
Eine lockere Platte an einem Anhänger, eine kaputte Metallecke an einem Schrank oder ein Kotflügelteil, das wieder befestigt werden muss: Mit Blindnieten schaffen Sie eine starke Verbindung dort, wo Sie die Rückseite nicht erreichen können. Wer wissen möchte, wie man eine Blindnietzange benutzt, braucht vor allem drei Dinge: die richtige Blindniete, ein passendes Bohrloch und eine ruhige, gerade Arbeitsweise.
Eine Blindnietzange ist ein einfaches Handwerkzeug, doch eine zu kurze Niete oder ein schiefes Loch führen schnell zu einer Verbindung, die klappert, undicht ist oder das Material verformt. Mit den folgenden Schritten vermeiden Sie dies und erzielen ein sauberes Ergebnis.
Eine Blindniete besteht aus einer hohlen Hülse mit einem Kragen und einem Zugdorn in der Mitte. Sie stecken die Blindniete durch die vorgebohrten Materialien. Anschließend zieht die Zange am Dorn. Dadurch verformt sich das Ende der Hülse auf der Rückseite und klemmt die beiden Teile gegeneinander. Bei ausreichender Zugkraft bricht der Dorn ab.
Das macht das Blindnieten ideal für dünne Bleche, Kunststoffplatten, Profile und Reparaturen an beispielsweise Fahrradzubehör, Gartenmöbeln, Karosserieteilen oder Abdeckungen. Die Rückseite muss nicht zugänglich sein. Das ist der große Unterschied zu Schraube und Mutter.
Achten Sie jedoch auf den Einsatzzweck. Für Verbindungen, die viel Gewicht tragen, starken Vibrationen ausgesetzt sind oder sicherheitskritisch sind, ist eine Schraubverbindung, eine Schweißverbindung oder ein spezielles konstruktives Befestigungselement oft besser geeignet. Eine Blindniete ist stark, aber nicht für jede schwere Aufgabe die beste Wahl.
Bevor Sie zur Blindnietzange greifen, bestimmen Sie Durchmesser, Länge und Material der Blindniete. Der Durchmesser muss zum Bohrloch und zu der Kraft passen, die die Verbindung aufnehmen muss. Gängige Größen sind 3,2 mm, 4,0 mm und 4,8 mm.
Die Länge hängt von der gemeinsamen Dicke der zu verbindenden Materialien ab. Die Hülse muss weit genug durch das Material ragen, um sich auf der Rückseite gut verformen zu können. Als praktische Faustregel wählen Sie eine Blindniete, deren Länge etwas größer ist als die gesamte Materialstärke. Schauen Sie im Zweifelsfall auf den Klemmbereich, der auf der Verpackung steht. Dieser gibt an, für welche Plattenstärke die Niete geeignet ist.
Auch das Material zählt. Aluminium-Blindnieten eignen sich für viele leichte Aufgaben und rosten nicht so schnell. Stahl-Blindnieten sind stärker, erfordern aber mehr Kraft bei einer Handzange. Edelstahl ist für feuchte Umgebungen und Außenarbeiten geeignet, ist aber meist schwerer zu verarbeiten. Kombinieren Sie Materialien mit Bedacht: Bei Aluminiumblechen wählen Sie vorzugsweise Aluminiumnieten oder geeignete korrosionsbeständige Nieten. Eine falsche Metallkombination kann auf Dauer Korrosion verursachen.
Die Kopfform bestimmt das Finish. Ein Flachkopf bleibt sichtbar und verteilt den Druck gut. Ein Senkkopf liegt flacher im Material, erfordert aber ein passendes Senkloch. Bei dünnem oder weichem Material kann ein großer Kopf mit Unterlegscheibe verhindern, dass die Niete durch das Material zieht.
Legen Sie die Materialien gut bereit, bevor Sie beginnen. Sie benötigen eine Blindnietzange, Blindnieten, eine Bohrmaschine und einen Metallbohrer. Zudem sind ein Maßband, ein Stift, eine Schutzbrille und eventuell ein Körner praktisch. Bei Blechmaterial helfen eine Schraubzwinge oder eine Gripzange, um die Teile während des Bohrens und Nietens an ihrem Platz zu halten.
Überprüfen Sie auch die Mundstücke der Zange. Die meisten manuellen Blindnietzangen werden mit auswechselbaren Mundstücken für verschiedene Dornstärken geliefert. Verwenden Sie das Mundstück, das zu Ihrer Blindniete passt. Ist das Loch zu groß, greift die Zange den Zugdorn nicht richtig. Ist es zu klein, passt der Dorn nicht in die Zange.
Legen Sie die Teile in die endgültige Position und markieren Sie, wo die Blindniete platziert werden soll. Halten Sie ausreichend Abstand zum Rand des Materials. Zu nah am Rand kann das Blech reißen oder sich verbiegen, sobald die Niete angezogen wird.
Wenn Sie mehrere Blindnieten verwenden, messen Sie den Abstand zuerst aus. Eine gerade Reihe sieht nicht nur besser aus, sondern verteilt die Last auch gleichmäßiger.
Stellen Sie sicher, dass die Teile fest aufeinanderliegen. Dies verhindert, dass während des Nietens ein Spalt zwischen den Materialien entsteht. Bei dünnem Metall oder Kunststoff funktioniert eine Schraubzwinge gut. Klemmen Sie jedoch nicht so fest, dass sich das Material verformt.
Bei einer Reparatur ist es ratsam, Rost, alte Dichtmasse, losen Lack und Schmutz rund um die Verbindungsstelle zuerst zu entfernen. Eine Blindniete hält besser auf einer sauberen, ebenen Kontaktfläche.
Bohren Sie durch beide Materialschichten mit einem Bohrer, der zum Durchmesser der Blindniete passt. Für eine 4,0 mm Blindniete verwenden Sie meist einen Bohrer von ca. 4,1 mm. Lesen Sie bei spezifischen Nieten immer die Verpackung, da die empfohlene Lochgröße je nach Typ variieren kann.
Halten Sie die Bohrmaschine so gerade wie möglich. Ein schiefes Loch führt dazu, dass der Kopf nicht flach abschließt. Entfernen Sie nach dem Bohren eventuelle Grate mit einem Entgrater, einer Feile oder einem größeren Bohrer, den Sie vorsichtig von Hand drehen. Grate können einen Spalt verursachen und sind scharf.
Stecken Sie den langen Zugdorn der Blindniete in das Mundstück der Zange. Der Kragen der Blindniete bleibt an der Außenseite der Zange. Überprüfen Sie noch einmal, ob das gewählte Mundstück den Dorn richtig umschließt.
Stecken Sie danach die Hülse vollständig durch das gebohrte Loch. Der Kragen muss flach gegen die Vorderseite des Materials anliegen. Wenn sich die Blindniete nur schwer durch das Loch schieben lässt, erzwingen Sie es nicht. Prüfen Sie, ob das Loch gratfrei ist und ob Sie tatsächlich den richtigen Durchmesser verwenden.
Halten Sie die Blindnietzange im rechten Winkel zum Werkstück. Drücken Sie die Griffe ruhig zusammen. Bei längeren oder stärkeren Blindnieten kann es erforderlich sein, mehrmals zu drücken. Die Zange zieht den Dorn Schritt für Schritt nach hinten, wodurch sich die Hülse auf der Rückseite ausdehnt.
Halten Sie die Zange weiterhin gerade und drücken Sie den Kragen leicht gegen das Material. Ziehen Sie nicht seitlich an der Zange. Das kann den Dorn verbiegen oder eine Delle um den Nietkopf verursachen, insbesondere bei dünnem Aluminium.
Wenn die Niete vollständig gesetzt ist, bricht der Zugdorn mit einem deutlichen Klicken ab. Der abgebrochene Dorn bleibt oft im Auffangbehälter der Zange. Halten Sie Ihre Hand während der Arbeit nicht unter die Zange, da der Dorn bei manchen Modellen herausfallen kann.
Kontrollieren Sie, ob der Kopf flach abschließt und ob die Materialien fest zusammengepresst sind. Die Niete darf sich nicht drehen oder klappern. Sehen Sie einen Spalt, ist die Niete möglicherweise zu lang, das Loch zu groß oder die Materialien lagen nicht gut aufeinander.
Ein häufiger Fehler ist, eine Blindniete nur anhand des Durchmessers auszuwählen. Die Länge und der Klemmbereich sind mindestens ebenso entscheidend. Eine zu kurze Niete bildet auf der Rückseite keinen guten Schließkopf. Eine zu lange Niete kann sich schief verformen und weniger fest klemmen.
Auch ein zu großes Bohrloch bereitet Probleme. Die Hülse hat dann zu viel Spiel und der Kopf kann sich schief ziehen. Bohren Sie lieber präzise und testen Sie bei wichtigen Arbeiten zuerst eine Niete an einem Reststück aus demselben Material.
Verwenden Sie zudem keine beschädigten Blindnieten. Ein verbogener Zugdorn läuft schwergängig in der Zange und kann vorzeitig abbrechen. Ist der Dorn zwar abgebrochen, aber die Verbindung locker, bohren Sie die Blindniete vorsichtig aus und setzen Sie eine neue. Wählen Sie dabei oft einen etwas größeren Durchmesser, sofern das Material und der Randabstand dies zulassen.
Bei Kunststoff ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Kunststoff kann reißen, wenn Sie zu stark drücken oder zu nah am Rand bohren. Eine Blindniete mit breitem Kopf oder Unterlegscheibe hilft, den Druck auf eine größere Fläche zu verteilen. Für Außenarbeiten können Sie, je nach Anwendung, abdichtende Blindnieten oder eine geeignete Dichtmasse verwenden, um Feuchtigkeit fernzuhalten.
Eine falsch gesetzte Blindniete entfernen Sie meist, indem Sie den Kopf ausbohren. Wählen Sie einen Bohrer, der ungefähr den gleichen Durchmesser wie die Niethülse hat, und bohren Sie ruhig in die Mitte des Kopfes. Sobald sich der Kopf löst, können Sie den Rest der Hülse nach innen drücken.
Tragen Sie dabei immer eine Schutzbrille. Der Kopf kann sich lösen und Metallspäne sind scharf. Arbeiten Sie zudem ruhig: Wenn Sie zu tief oder zu groß bohren, beschädigen Sie das Loch und benötigen für die Reparatur eine größere Blindniete.
Nehmen Sie sich bei Ihrer ersten Verbindung die Zeit, ein Probestück zu fertigen. Sobald Sie spüren, wie die Zange den Dorn anzieht und wann dieser abbricht, ist das Blindnieten eine schnelle Methode, um Bleche, Profile und Abdeckungen solide zu befestigen.