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Silikonfugen von Fliesen entfernen, ohne sie zu beschädigen

, Von Admin, 7 min Lesezeit

Silikonfugen von Fliesen entfernen? Lesen Sie, wie Sie alten Silikon lösen, Reste beseitigen und Fliesen sauber bekommen, ohne sie unnötig zu beschädigen.

Alte Dichtmasse sieht oft harmlos aus, bis man damit anfängt. Erst dann stellt sich heraus, wie fest dieser Rand in einer Duschecke, entlang einer Arbeitsplatte oder zwischen Wand und Boden sitzt. Wer Silikonfugen ordentlich von Fliesen entfernen möchte, profitiert vor allem von der richtigen Reihenfolge. Nicht sofort kratzen, bis die Glasurschicht stumpf wird, sondern erst lösen, dann entfernen und erst am Ende sauber ausarbeiten.

Wann das Entfernen von Silikonfugen von Fliesen notwendig ist

Fugen ersetzt man nicht nur, weil sie nicht mehr schick aussehen. Schwarzer Schimmel, sich lösende Ränder, Risse oder ein dauerhaft fettiger Belag sind deutliche Anzeichen dafür, dass die Abdichtung nicht mehr richtig funktioniert. Gerade in Nassräumen kann verschlissene Dichtmasse auf Dauer Feuchtigkeitsprobleme verursachen.

Auch bei einer Renovierung oder beim Neuverfugen einer Arbeitsplatte ist das vollständige Entfernen der alten Dichtmasse meist die beste Wahl. Eine neue Schicht über alten Resten aufzutragen, erscheint schneller, haftet aber oft schlecht. Das Ergebnis ist dann selten ordentlich und meist auch nicht langlebig.

Zuerst bestimmen, mit welcher Dichtmasse man es zu tun hat

Nicht jede Dichtmasse verhält sich gleich. Silikon ist flexibel, wasserbeständig und wird häufig in Badezimmern und Küchen verwendet. Acrylatdichtmasse begegnet einem eher bei Fugen, die überstreichbar sein müssen. Silikonreste sind oft schwieriger vollständig zu entfernen, besonders von glatten Fliesen und Fugen.

Dieser Unterschied ist praktisch wichtig. Bei Silikon hilft neben Handwerkzeugen meist ein Silikonentferner oder ein spezielles Lösungsmittel mehr. Bei Acrylat kommt man mit vorsichtigem Losschneiden und Abkratzen oft schon sehr weit. Wenn Sie unsicher sind, merken Sie es meist an der Struktur: Silikon fühlt sich elastischer und gummiartiger an, Acrylat eher trocken und etwas bröckelig.

Was Sie für eine saubere Arbeit benötigen

Für diese Arbeit müssen Sie keine komplizierte Ausrüstung bereitlegen, aber das richtige Werkzeug spart Zeit und verhindert Beschädigungen. Ein scharfes Cuttermesser oder ein Fugenmesser ist die Basis. Außerdem sind ein Schaber, ein Kunststoffspachtel, Reinigungstücher, Entfetter und eventuell ein Silikonentferner sehr nützlich.

Wenn Sie auf empfindlichen Fliesen mit glänzender Oberfläche arbeiten, ist Kunststoff oft sicherer als Metall. Bei hartnäckigen Resten können Sie mit Metall schneller Ergebnisse erzielen, aber nur, wenn Sie kontrolliert arbeiten und den Winkel klein halten. Handschuhe sind kein überflüssiger Luxus, erst recht nicht, wenn Sie mit Lösungsmitteln arbeiten.

So gehen Sie beim Entfernen Schritt für Schritt vor

Beginnen Sie immer damit, den Fugenrand einzuschneiden. Setzen Sie das Messer entlang beider Seiten der Fuge an und schneiden Sie die Dichtmasse von der Fliese und dem Untergrund frei. Tun Sie dies ruhig und mit so wenig Druck wie möglich auf die Fliese selbst. Das Ziel ist nicht, tief zu schneiden, sondern die Haftung zu unterbrechen.

Wenn die Dichtmasse an beiden Seiten gelöst ist, können Sie versuchen, einen Teil des Streifens in einem Zug abzuziehen. Das gelingt nicht immer, aber dort, wo es klappt, ersparen Sie sich viel Reinigungsarbeit. Ziehen Sie gleichmäßig und nicht zu stark. Reißt die Dichtmasse, dann fahren Sie in kleineren Stücken fort.

Danach bleiben fast immer Reste zurück. Diese entfernen Sie mit einem Schaber oder Kunststoffspachtel. Arbeiten Sie von sich weg und halten Sie das Werkzeug so flach wie möglich auf der Fliesenoberfläche. Wer zu steil kratzt, macht schneller Kratzer oder beschädigt die Fuge neben der Fliese.

Hartnäckige Reste entfernen

Manche Dichtmasse lässt sich nicht vollständig mechanisch entfernen. Dann bleiben dünne, klebrige Reste oder ein Schleier auf der Fliese zurück. In diesem Fall ist ein Silikonentferner oft die schnellste Lösung. Tragen Sie ihn gemäß der Anleitung auf der Verpackung auf und geben Sie dem Mittel Zeit zum Einwirken.

Letzteres wird oft übersprungen. Doch gerade die Einwirkzeit macht den Unterschied zwischen dem Ziehen an halbharter Masse und Resten, die sich wirklich lösen. Nach dem Einwirken können Sie die aufgeweichten Überreste erneut wegkratzen. Wiederholen Sie dies bei Bedarf punktuell, anstatt sofort die gesamte Oberfläche zu behandeln.

Verwenden Sie Lösungsmittel mit Bedacht. Nicht jede Fliese, Fuge oder Kunststoffkante reagiert gleich. Besonders bei Naturstein oder empfindlichen Oberflächen sollten Sie dies vorher an einer unauffälligen Stelle testen. Was auf glasierten Wandfliesen gut funktioniert, kann auf einem anderen Untergrund Flecken oder Verfärbungen verursachen.

Fliesen nach dem Entfernen der Dichtmasse reinigen

Nach dem Entfernen der sichtbaren Dichtmasse ist man meist noch nicht fertig. Auf der Fliese bleibt oft ein fettiger oder stumpfer Film zurück. Dieser muss weg, bevor Sie neu verfugen. Andernfalls haftet die neue Dichtmasse schlecht, egal wie ordentlich die Fuge aussieht.

Reinigen Sie die Oberfläche daher gründlich mit einem geeigneten Reiniger oder Entfetter. Verwenden Sie ein sauberes Tuch und arbeiten Sie, ohne Flusen zu hinterlassen. In Badezimmern ist es klug, auch Seifenreste und Kalk in diesen Reinigungsschritt einzubeziehen. Auf einem verschmutzten Untergrund erhält man selten eine saubere neue Fuge.

Lassen Sie die Fuge danach vollständig trocknen. Besonders um Duschwannen, Badewannenränder und Waschbecken bleibt unbemerkt noch Feuchtigkeit zurück. Neue Dichtmasse auf einem feuchten Untergrund aufzutragen, erhöht das Risiko für schlechte Haftung und Schimmelbildung unter dem Rand.

Häufige Fehler beim Entfernen von Silikonfugen

Der häufigste Fehler ist, zu schnell arbeiten zu wollen. Mit einem scharfen Messer und zu viel Druck rutscht man leicht in die Fuge oder über die Glasur ab. Das sieht man manchmal erst, wenn das Licht darauf fällt. Ruhiges und kontrolliertes Arbeiten liefert fast immer ein saubereres Ergebnis.

Ein zweiter Fehler ist das Auftragen von neuer Dichtmasse, während noch mikroskopische Reste der alten Schicht vorhanden sind. Optisch scheint die Fuge sauber zu sein, aber die Haftung ist dann immer noch nicht optimal. Besonders Silikon hinterlässt einen Film, den man zuerst wirklich entfernen und entfetten muss.

Auch die Fuge selbst wird oft vergessen. Wenn das Fugenmaterial locker oder bröckelig ist, hat neue Dichtmasse weniger Halt. In diesem Fall müssen Sie zuerst den Untergrund instand setzen. Andernfalls lösen Sie zwar das sichtbare Problem, aber nicht die Ursache.

Wann besondere Vorsicht geboten ist

Bei älteren Fliesen, dekorativen Wandfliesen oder empfindlichen Glanzschichten ist Vorsicht kein Luxus. Ein Metallschaber arbeitet schnell, kann aber auch schnell bleibende Spuren hinterlassen. Dann ist etwas mehr Zeit mit einem Kunststoffwerkzeug oft die bessere Wahl.

Um Eckfugen und Ränder von Sanitäranlagen herum müssen Sie ebenfalls aufpassen. Dort sitzt die Dichtmasse oft nicht nur auf der Fliese, sondern auch gegen Emaille, Kunststoff oder Aluminiumprofile. Jedes Material erfordert einen leicht anderen Ansatz. Was auf Fliesen gut funktioniert, kann auf einem Duschwandprofil sofort zu Kratzern führen.

Wenn Sie es mit viel Schimmel, porösen Fugen oder Dichtmasse zu tun haben, die über Jahre in mehreren Schichten aufgetragen wurde, wird die Arbeit schlicht größer. Rechnen Sie dann nicht mit zehn Minuten Arbeit. Gründliches Entfernen kostet Zeit, verhindert aber, dass Sie später von vorne anfangen müssen.

Selbst machen oder doch auslagern?

In den meisten Fällen ist das Entfernen von Silikonfugen von Fliesen gut selbst zu erledigen. Besonders wenn es sich um eine gerade Fuge in Küche oder Bad handelt und der Untergrund noch in gutem Zustand ist. Mit Basiswerkzeug, einem geeigneten Entfernungsmittel und etwas Geduld kommt man weit.

Das Auslagern ist besonders eine Überlegung wert, wenn der Untergrund beschädigt ist, Sie mit Naturstein arbeiten oder es sich um eine große Renovierung handelt, bei der Schnelligkeit zählt. Für den durchschnittlichen Heimwerker liegt der Gewinn jedoch vor allem in der guten Vorbereitung und der Beschaffung des richtigen Materials. Das funktioniert schneller als Improvisation mit stumpfem Werkzeug und aggressiven Mitteln, die nicht für die Arbeit gedacht sind.

Bei einem breiten Online-Fachhandel wie ToolsXXL ist das praktisch: Sie suchen nicht nur ein Fugenmesser oder einen Schaber, sondern nehmen direkt Reiniger, Handschuhe, Tücher und neue Dichtmasse für die Fertigstellung mit. Das spart eine zusätzliche Fahrt und verhindert, dass die Arbeit zwischendurch stillsteht.

Vorbereitung für das erneute Verfugen

Wenn alle Dichtmassereste weg sind und die Fliesen sauber und trocken sind, können Sie erst wirklich sauber neu beginnen. Schauen Sie sich die Fuge noch einmal kritisch an. Sehen Sie noch lose Stücke, fettige Stellen oder Feuchtigkeit, beheben Sie dies zuerst. Gerade diese letzte Kontrolle bestimmt oft, wie ordentlich das Endergebnis wird.

Kleben Sie bei Bedarf ab, wenn Sie eine gerade Linie möchten, und arbeiten Sie mit einer Dichtmasse, die zum Raum passt. In einem Badezimmer gelten andere Anforderungen als entlang einer Fußleiste oder einer Arbeitsplatte. Es lohnt sich also, nicht nur nach Farbe, sondern auch nach Anwendung und Feuchtigkeitsbeständigkeit zu wählen.

Ein ordentlicher Fugenrand beginnt selten erst beim Auftragen der neuen Schicht. Er beginnt beim sorgfältigen Entfernen der alten. Nehmen Sie sich dafür die Zeit, arbeiten Sie sauber und wählen Sie Werkzeug, das zum Untergrund passt. Dann bleibt es keine frustrierende Reinigungsarbeit, sondern einfach ein praktischer Schritt zu einem sauberen Endergebnis.


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